
Asbest kann nicht nur in Dachplatten, Fliesenklebern oder Bodenbelägen vorkommen. Auch ältere Fensterkitte und bestimmte Fugenmassen können Asbest enthalten. Besonders relevant wird dies beim Fenstertausch, bei Entkernungen, Fassadensanierungen und beim Rückbau älterer Gebäude. Denn beim Herausbrechen, Abschaben, Schleifen oder anderweitigen Bearbeiten des Kitts können Asbestfasern freigesetzt werden.
Ob ein alter Fensterkitt tatsächlich Asbest enthält, lässt sich anhand seines Aussehens nicht zuverlässig feststellen. Bei verdächtigen Materialien sollte deshalb vor Beginn der Arbeiten geklärt werden, ob eine Asbestbelastung vorliegt.
In diesem Artikel erfahren Sie, wo asbesthaltiger Fensterkitt vorkommen kann, wie er erkannt und untersucht wird, welche Risiken beim Ausbau bestehen und welche Anforderungen der TRGS 519 bei der Sanierung zu berücksichtigen sind.
Inhaltsverzeichnis
Ja. Bestimmte ältere Fensterkitte und Dichtungsmassen können Asbest enthalten.
Asbest wurde früher zahlreichen Bauprodukten zugesetzt, um deren technische Eigenschaften zu verbessern. Dazu gehören neben bekannten Produkten wie Asbestzement auch weniger offensichtliche Materialien wie Kleber, Spachtelmassen, Putze, Dichtungen und Kitte.
Bei älteren Gebäuden kann deshalb auch der Kitt im Bereich von Fenstern ein relevanter Gebäudeschadstoff sein.
Wichtig ist allerdings:
Nicht jeder alte Fensterkitt enthält automatisch Asbest.
Allein anhand von Farbe, Konsistenz oder Alter lässt sich eine Asbestbelastung nicht zuverlässig feststellen.
Asbestfasern besitzen technische Eigenschaften, die früher für zahlreiche Baustoffe interessant waren.
Sie sind unter anderem:
Asbest wurde deshalb in einer Vielzahl von Bauprodukten als Zuschlagstoff eingesetzt.
Bei Kitten und Dichtungsmassen konnten Fasern unter anderem zur Verbesserung bestimmter Materialeigenschaften beitragen.
Problematisch wird dies heute insbesondere dann, wenn das Material im Zuge einer Sanierung oder eines Rückbaus mechanisch bearbeitet wird.
Verdächtige Kitte können grundsätzlich in zahlreichen älteren Bestandsgebäuden vorkommen.
Dazu zählen insbesondere:
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Gebäuden erforderlich, deren Fenster oder Fassadenelemente aus einer Zeit stammen, in der asbesthaltige Bauprodukte noch verwendet wurden.
Bei bereits mehrfach sanierten Gebäuden ist das reine Baujahr des Gebäudes allerdings nur bedingt aussagekräftig. Entscheidend ist vielmehr, wann das betreffende Fenster beziehungsweise der Kitt eingebaut wurde.
Eine der häufigsten Fragen lautet: Wie sieht asbesthaltiger Fensterkitt aus?
Die Antwort ist wichtig:
Asbesthaltiger Fensterkitt lässt sich mit bloßem Auge nicht sicher erkennen.
Verdächtig können ältere:
sein.
Farbe, Konsistenz oder Oberflächenstruktur reichen jedoch nicht für eine belastbare Beurteilung aus.
Sicherheit schafft eine fachgerechte Materialprobe mit anschließender Laboranalyse.
Gerade bei größeren Fenstersanierungen, Fassadenarbeiten oder Entkernungen sollte die Schadstofferkundung deshalb vor Beginn des Rückbaus erfolgen.
Entscheidend ist insbesondere, was mit dem Material gemacht wird.
Ein unbeschädigt eingebautes Material ist anders zu bewerten als ein Kitt, der im Rahmen einer Baumaßnahme mechanisch bearbeitet wird.
Kritisch können beispielsweise folgende Tätigkeiten sein:
Durch die mechanische Bearbeitung können Asbestfasern aus dem Material freigesetzt werden.
Ein positiver Asbestbefund muss deshalb vor Beginn der Arbeiten in die Planung des Rückbaus einbezogen werden.
Besonders relevant wird das Thema bei der energetischen Sanierung älterer Gebäude.
Sollen beispielsweise zahlreiche alte Fenster gegen moderne Elemente ausgetauscht werden, erscheint dies zunächst wie eine gewöhnliche Fensterbaumaßnahme.
Wird jedoch im vorhandenen Fensterkitt Asbest festgestellt, verändert sich die Planung des Rückbaus.
Vor Beginn der Arbeiten muss unter anderem geklärt werden:
Gerade bei größeren Gebäuden kann eine frühzeitige Untersuchung erhebliche Auswirkungen auf Kosten, Bauzeit, Ausschreibung und Bauablauf haben.
Auch bei Entkernungen wird asbesthaltiger Fensterkitt leicht übersehen.
Bei einer klassischen Büro- oder Gebäudeentkernung werden beispielsweise gleichzeitig:
zurückgebaut.
In Bestandsgebäuden können dabei mehrere Schadstoffe gleichzeitig vorhanden sein.
Typische Beispiele sind:
Deshalb ist eine Schadstofferkundung vor der eigentlichen Entkernung besonders wichtig.
Wer Schadstoffe erst während des Rückbaus entdeckt, riskiert Baustopps, zusätzliche Schutzmaßnahmen, Nachträge und ungeplante Entsorgungskosten.
Das konkrete Arbeitsverfahren hängt von der Einbausituation, dem Material und dem Sanierungskonzept ab.
Grundsätzlich gilt:
Die Freisetzung von Asbestfasern muss bei den Arbeiten verhindert beziehungsweise auf ein möglichst geringes Maß reduziert werden.
Ein typischer Projektablauf kann folgendermaßen aussehen:
Verdächtige Kitte werden beprobt und durch ein geeignetes Labor analysiert.
Bei einem positiven Befund werden Arbeitsverfahren, Schutzmaßnahmen und Entsorgungswege festgelegt.
Abhängig von Art und Umfang der Arbeiten werden die erforderlichen Schutz- und Abschottungsmaßnahmen eingerichtet.
Fenster beziehungsweise Kitt werden mit einem für die jeweilige Situation geeigneten Arbeitsverfahren zurückgebaut.
Nach Abschluss der Arbeiten werden die betroffenen Arbeitsbereiche entsprechend dem festgelegten Verfahren gereinigt.
Asbesthaltige Materialien werden getrennt erfasst, geeignet verpackt und einem zugelassenen Entsorgungsweg zugeführt.
Für Tätigkeiten mit asbesthaltigen Materialien ist insbesondere die TRGS 519 – Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten relevant.
Sie konkretisiert Anforderungen beim Umgang mit Asbest und behandelt unter anderem:
Welche Maßnahmen beim Ausbau eines asbesthaltigen Fensterkitts konkret erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Material, dem vorgesehenen Verfahren und dem Arbeitsumfang ab.
Deshalb sollte nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass alter Fensterkitt einfach herausgeschnitten oder abgeschliffen werden kann.
Das Arbeitsverfahren muss auf den konkreten Asbestbefund und die jeweilige Tätigkeit abgestimmt werden.
Asbesthaltiger Kitt darf nicht gemeinsam mit gewöhnlichem Bauschutt entsorgt werden.
Die belasteten Materialien müssen entsprechend den geltenden Vorgaben:
werden.
Je nach Rückbauverfahren können neben dem eigentlichen Kitt auch weitere Bauteile oder Materialreste als asbesthaltiger Abfall anfallen.
Gerade bei größeren Fenstersanierungen sollte die Entsorgung deshalb bereits bei der Projektplanung und Kalkulation berücksichtigt werden.
Bei älteren Gebäuden werden PCB-haltige Fugenmassen und asbesthaltige Kitte gelegentlich miteinander verwechselt.
Es handelt sich jedoch um unterschiedliche Gefahrstoffe.
AsbestPCBMineralischer GefahrstoffChemische StoffgruppeRisiko insbesondere durch freigesetzte FasernPCB kann aus Materialien austreten und sich verteilenUnter anderem in Kitten, Klebern und SpachtelmassenBekannt insbesondere aus bestimmten dauerelastischen FugenmassenFür Asbestarbeiten ist insbesondere die TRGS 519 relevantBei Rückbauarbeiten sind u. a. Anforderungen für kontaminierte Bereiche relevant
Eine Fugenmasse oder ein Kitt kann deshalb nicht allein anhand des Aussehens als „Asbest“ oder „PCB“ eingeordnet werden.
Bei einem entsprechenden Verdacht ist eine fachgerechte Untersuchung erforderlich.
In Stuttgart und der Region gibt es einen großen Bestand an Wohn-, Büro-, Industrie- und öffentlichen Gebäuden aus den Jahrzehnten, in denen asbesthaltige Baustoffe verwendet wurden.
Besonders bei:
sollten verdächtige Kitte und Fugenmaterialien frühzeitig berücksichtigt werden.
Das gilt neben Stuttgart auch für Bestandsgebäude in Ludwigsburg, Esslingen, Böblingen, Sindelfingen, Waiblingen und der weiteren Region Stuttgart.
Eine Untersuchung vor Beginn der Arbeiten schafft Planungssicherheit und verhindert, dass ein Asbestbefund erst während einer laufenden Baumaßnahme festgestellt wird.
Wurde Asbest im Fensterkitt nachgewiesen, muss der weitere Rückbau unter Berücksichtigung der Anforderungen der TRGS 519 geplant und fachgerecht ausgeführt werden.
Weitere Informationen zu unseren Leistungen und Arbeitsverfahren finden Sie auf unserer Seite zur Asbestsanierung in Stuttgart und Umgebung.
Informationen zu weiteren Gebäudeschadstoffen wie KMF, PCB und PAK finden Sie außerdem im Bereich Schadstoffsanierung.
Ja. Bestimmte ältere Fensterkitte können Asbest enthalten. Nicht jeder alte Kitt ist jedoch automatisch asbesthaltig.
Eine sichere Erkennung anhand des Aussehens ist nicht möglich. Gewissheit schafft eine fachgerecht entnommene Materialprobe mit anschließender Laboranalyse.
Relevant wird das Material insbesondere bei Beschädigung oder mechanischer Bearbeitung, beispielsweise beim Abschaben, Schleifen, Fräsen oder Ausbau.
Für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an asbesthaltigen Materialien ist insbesondere die TRGS 519 relevant.
Beide Schadstoffe können bei älteren Bauprodukten eine Rolle spielen, allerdings in unterschiedlichen Anwendungen. PCB ist insbesondere aus bestimmten dauerelastischen Fugendichtungsmassen bekannt. Eine konkrete Bewertung sollte anhand der Einbausituation und gegebenenfalls einer Laboranalyse erfolgen.
Wie der Rückbau konkret durchgeführt werden muss, hängt vom Befund und vom vorgesehenen Arbeitsverfahren ab. Ein positiver Asbestbefund muss jedoch vor Beginn der Arbeiten in die Planung einbezogen werden.
Mechanische Bearbeitungen können Asbestfasern freisetzen. Ob und mit welchem Verfahren eine Bearbeitung zulässig ist, muss anhand der geltenden Anforderungen und des vorgesehenen Arbeitsverfahrens beurteilt werden.
Eine pauschale Preisangabe ist nicht seriös möglich. Entscheidend sind unter anderem die Anzahl der Fenster, Zugänglichkeit, Arbeitsverfahren, erforderliche Schutzmaßnahmen und die anfallenden Entsorgungsmengen.
Asbesthaltiger Fensterkitt ist ein vergleichsweise unscheinbarer Gebäudeschadstoff, der insbesondere bei Fenstersanierungen, Fassadenarbeiten, Entkernungen und Rückbauprojekten relevant werden kann.
Das Material lässt sich optisch nicht sicher als asbesthaltig erkennen. Bei verdächtigen älteren Kitten schafft deshalb eine fachgerechte Untersuchung Klarheit.
Wird Asbest nachgewiesen, muss der weitere Rückbau unter Berücksichtigung der TRGS 519 geplant werden.
Gerade bei größeren Bestandsgebäuden kann eine frühzeitige Schadstofferkundung erhebliche spätere Mehrkosten, Baustopps und Terminverzögerungen vermeiden.