Asbestzementrohre und Eternitrohre mit Asbest

Faserzementrohre und Asbest: So erkennen Sie asbesthaltige Abwasserrohre im Haus

Faserzementrohre (oft auch Eternitrohre genannt) wurden jahrzehntelang als Abwasser-, Fall- und Lüftungsleitungen in Wohnhäusern verbaut. Viele dieser Rohre enthalten Asbest. Wer saniert, umbaut oder eine Strangsanierung plant, sollte die Rohre deshalb vor Beginn der Arbeiten untersuchen lassen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie asbesthaltige Rohre erkennen, welche Risiken bestehen, wann eine Sanierung notwendig ist und was bei der fachgerechten Demontage zu beachten ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Faserzementrohre?
  2. Enthalten Faserzementrohre Asbest?
  3. In welchen Gebäuden wurden Asbestzementrohre verbaut?
  4. Wie erkennt man asbesthaltige Rohre?
  5. Sind Asbestrohre gefährlich?
  6. Asbesthaltige Abflussrohre bei der Strangsanierung
  7. Wer darf Asbestzementrohre ausbauen?
  8. Kosten für Rückbau und Entsorgung
  9. Häufige Fragen zu Asbestrohren
  10. Fazit

Was sind Faserzementrohre?

Faserzementrohre bestehen aus einer Mischung aus Zement und Fasern. Sie wurden insbesondere zwischen den 1950er- und frühen 1990er-Jahren häufig als:

  • Abwasserrohre
  • Fallrohre
  • Entlüftungsleitungen
  • Regenwasserleitungen
  • Sammelleitungen

eingesetzt.

Bekannte Hersteller waren unter anderem Eternit, weshalb viele Eigentümer heute noch von Eternitrohren sprechen.

Faserzementrohre galten damals als langlebig, korrosionsbeständig und kostengünstig. Aus heutiger Sicht stellt jedoch der häufig enthaltene Asbest ein Problem dar.

Enthalten Faserzementrohre Asbest?

Ja – viele ältere Faserzementrohre enthalten Asbest.

Bis zum Asbestverbot im Jahr 1993 wurden Asbestfasern dem Zement beigemischt, um die Stabilität und Haltbarkeit zu erhöhen.

Typische Bezeichnungen sind:

  • Asbestzementrohre
  • Eternitrohre
  • AZ-Rohre
  • Faserzementrohre älterer Baujahre

Wichtig:

Nicht jedes Faserzementrohr enthält automatisch Asbest. Eine sichere Aussage ist nur durch eine Laboranalyse möglich.

In welchen Gebäuden wurden Asbestzementrohre verbaut?

Besonders häufig finden sich asbesthaltige Rohre in:

  • Mehrfamilienhäusern
  • Wohnanlagen der 1950er–1980er Jahre
  • öffentlichen Gebäuden
  • Schulen
  • Verwaltungsgebäuden
  • Industrieanlagen
  • Krankenhäusern

Wer ein Gebäude besitzt oder verwaltet, das vor 1993 errichtet wurde, sollte das Thema bei Sanierungen grundsätzlich prüfen lassen.

Wie erkennt man asbesthaltige Rohre?

Eine sichere Identifikation allein anhand des Aussehens ist nicht möglich.

Typische Merkmale können sein:

  • graue bis graubraune Oberfläche
  • relativ dickwandige Rohre
  • zementartige Struktur
  • häufige Verwendung bei Fallsträngen
  • Baujahr vor 1993

Viele Eigentümer suchen nach Begriffen wie:

  • „Rohr Asbest erkennen“
  • „Asbesthaltige Abflussrohre“
  • „Faserzementrohre Asbest“
  • „Eternitrohre Haus“

Die Realität ist jedoch einfach:

Nur eine Laboruntersuchung liefert Gewissheit.

Sind Asbestrohre gefährlich?

Im eingebauten und unbeschädigten Zustand geht von Asbestzementrohren meist nur ein geringes Risiko aus.

Problematisch wird es, wenn die Rohre:

  • gebohrt werden
  • gesägt werden
  • gebrochen werden
  • abgeschlagen werden
  • unsachgemäß ausgebaut werden

Dabei können Asbestfasern freigesetzt werden.

Diese Fasern sind mit bloßem Auge nicht sichtbar und können tief in die Lunge gelangen.

Deshalb gelten für Rückbau- und Sanierungsarbeiten strenge Vorgaben nach der Gefahrstoffverordnung und TRGS 519.

Asbesthaltige Abflussrohre bei der Strangsanierung

Besonders häufig werden Asbestzementrohre im Zuge einer Strangsanierung entdeckt.

Dabei werden alte:

  • Abwasserleitungen
  • Fallstränge
  • Lüftungsleitungen
  • Sammelleitungen

gegen neue Rohrsysteme ausgetauscht.

Gerade in Gebäuden aus den 1950er bis 1980er Jahren gehören asbesthaltige Faserzementrohre zu den häufigsten Schadstoffen.

In der Praxis erleben wir häufig folgende Situation:

  1. Geplante Strangsanierung
  2. Öffnung der Schächte
  3. Entdeckung alter Faserzementrohre
  4. Schadstoffuntersuchung
  5. Fachgerechter Ausbau nach TRGS 519
  6. Freigabe für die weiteren Sanitärarbeiten

Eine frühzeitige Untersuchung verhindert Terminverzögerungen und Nachträge während der Bauphase.

Wer darf Asbestzementrohre ausbauen?

Der Ausbau darf nicht durch beliebige Handwerker erfolgen.

Für Arbeiten an asbesthaltigen Rohren gelten gesetzliche Anforderungen.

Die Arbeiten müssen durch entsprechend qualifizierte Unternehmen durchgeführt werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Sachkunde nach TRGS 519
  • geeignete Arbeitsverfahren
  • staubarme Demontage
  • Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Bewohner
  • ordnungsgemäße Entsorgung

Insbesondere bei Strangsanierungen in bewohnten Gebäuden ist eine professionelle Planung entscheidend.

Kosten für den Rückbau von Asbestzementrohren

Die Kosten hängen unter anderem ab von:

  • Rohrlänge
  • Rohrdurchmesser
  • Zugänglichkeit
  • Geschosszahl
  • Anzahl der Wohnungen
  • erforderlichen Schutzmaßnahmen
  • Entsorgungskosten

Eine pauschale Aussage ist deshalb kaum möglich.

Für kleinere Rückbauarbeiten bewegen sich die Kosten häufig im niedrigen vierstelligen Bereich.

Bei größeren Strangsanierungen können die Aufwendungen deutlich höher ausfallen.

Eine Objektbesichtigung und Schadstoffanalyse bilden die Grundlage für eine belastbare Kalkulation.

Häufige Fragen zu Asbestrohren

Sind Eternitrohre immer asbesthaltig?

Nein. Viele ältere Eternitrohre enthalten Asbest, neuere Produkte nach dem Asbestverbot jedoch nicht mehr.

Darf man Asbestrohre selbst entfernen?

Davon ist dringend abzuraten. Unsachgemäße Arbeiten können Asbestfasern freisetzen und zu erheblichen Gesundheitsrisiken führen.

Wie finde ich heraus, ob mein Rohr Asbest enthält?

Durch eine Materialprobe und Laboranalyse.

Sind asbesthaltige Abflussrohre im Keller gefährlich?

Solange die Rohre unbeschädigt und unverändert eingebaut sind, besteht meist nur ein geringes Risiko. Problematisch wird es bei Eingriffen oder Beschädigungen.

Müssen Asbestzementrohre zwingend entfernt werden?

Nein. Eine Entfernung wird in der Regel dann relevant, wenn Umbau-, Sanierungs- oder Rückbauarbeiten geplant sind.

Fazit: Faserzementrohre vor Sanierungen prüfen lassen

Faserzementrohre und Eternitrohre sind in vielen älteren Gebäuden noch vorhanden. Da zahlreiche dieser Rohrsysteme Asbest enthalten, sollten sie vor Umbau-, Rückbau- oder Strangsanierungsarbeiten untersucht werden.

Eine frühzeitige Schadstoffanalyse schafft Planungssicherheit, verhindert Baustopps und ermöglicht eine fachgerechte Sanierung nach den geltenden Vorschriften.

Wenn Sie vermuten, dass sich in Ihrem Gebäude asbesthaltige Abflussrohre oder Asbestzementrohre befinden, empfiehlt sich die Untersuchung durch einen qualifizierten Schadstoffgutachter vor Beginn der Arbeiten.

Unverbindlichen Kostenvoranschlag für Ihren Abbruch erhalten!

Mehr aus unserem Sanierungsbüchle

Unverbindlichen Kostenvoranschlag für Ihren Abbruch erhalten!

Schaue dir passende Referenzen dazu an

Kontaktieren Sie uns!

Vielen Dank! Wir haben Ihre Anfrage erhalten!
Huch! Beim Absenden des Formulars ist etwas schief gelaufen.